Die kommunale Ebene ist die Schule der Demokratie, schrieb mal irgendjemand, der es wohlmöglich nicht besser wusste, in einer Broschüre zur politischen Bildung. Zumindest in Niedersachsen wäre dies dann eine Problemschule rütli’schen Ausmaßes – und das zeigt sich nicht allein in der hohen Quote von Schulverweigerern.
In Hannover zum Beispiel schicken
die Schwatten 
sicherheitshalber mal ihre Jungs im Wahllokal vorbei, damit sie von den Roten nicht abgezogen werden. Doch solche offenen Politrüpeleien sind nur ein Teilaspekt der politischen Bildungsmisere. Denn wie man um die zehn Kreuze so verteilt, dass am Ende ein politischer Wille draus wird, überfordert offenbar nicht nur das Wahlvolk.
„Wie findet meine Kommune eigentlich ihre Wahlhelfer?“, ist eine Frage, die man nicht nur dem
Landesbeauftragten für den Datenschutz 
stellen sollte. Für den zumeist zwangsrekrutierten Wahlhelfer gibt es eine gesetzlich festgelegte Aufwandsentschädigung von 16 Euro und, wenn die Kommune großzügig ist, eine warme Mahlzeit. Das beste Personal kriegt man dafür natürlich nicht.
„Wahlhelfer benötigen keine besonderen Vorkenntnisse. In einigen Gemeinden gibt es vor dem Wahltermin eine kurze Einführungsveranstaltung für die Helfer, andere Gemeinden verschicken nur ein Infoblatt und erklären dann alles weitere am Wahlsonntag“,
erklärt 
uns der NDR.
Hoffentlich kriegen die Wahlhelfer im meinem Wahllokal das alles tatsächlich noch einmal haarklein auseinandergesetzt, bevor es ans Auszählen geht. Denn wenn es bei dem Kenntnisstand bleibt, den die Jungs und Mädels an der Urne heute Mittag in meiner Gegenwart rekapitulierten, werden Niedersachsens Kommunen ab morgen nach dem Sowjet-System regiert.