In der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) haben 19 Pfarrer in
einem offenen Brief eine zu liberale Haltung ihres Vorgesetzten beim
Thema Homosexualität kritisiert. Präses Alfred Buß dürfe "gelebte
Homosexualität" nicht als naturgegeben akzeptieren. Vielmehr müsse man
mit Therapien gleichgeschlechtlich Liebende auf den göttlichen Pfad
zurück bringen.
"Wir wissen um persönliche Berichte von Menschen, die durch seelsorgliche und psychologische Hilfe zu einer neuen Orientierung gefunden haben", heißt es in dem
Schreiben (pdf) 
. Der Präses (= Leitender Geistlicher) zeigte sich ungerührt und ist an einer Diskussion mit seinem theologischen Personal offenbar nicht interessiert. An seiner statt bescheinigt die persönliche Referentin kurz und knapp den Eingang der Protestbriefe und verweist auf einen 13 Jahre alten Beschluss der Landessynode, wonach man miteinander im Gespräch bleiben solle. Aber selbst diese bescheidene Antwort ging keineswegs an alle 19 Pfarrerinnen und Pfarrer, sondern nur an einen - der den Hinweis auf das alte Papier an die anderen weitergeben solle. So sieht Kommunikation in einer evangelischen Kirche aus. Kein Wunder, dass sich da kleine gallische Dörfer bilden, die vom Oberhäuptling nicht mehr viel erwarten.