Bundeskanzlerin Angela Schröder (CDU)
Das von Gerhard Schröder und Doris Schröder-Köpf adoptierte Mädchen aus dem Osten steht wie keine andere gleichzeitig für Kontinuität und Wechsel. Mit frischem Schwung kann sie das Rad in die Kohl-Ära zurückdrehen und etabliert zugleich eine schrödersche Kanzlerdynastie, die den Deutschen unnötige Umgewöhnungen beim Herrschernamen erspart.
Innenminister Günther Beckstein (CSU)
Nachdem es 2002 mit der weißblauen Machtübernahme im Bund nicht geklappt hat, soll immerhin die Bundesinnenpolitik noch gleicher werden, Schily scharf sozusagen. Beckstein wird den reibungslosen Ablauf der Fußballweltmeisterschaft notfalls durch den Einsatz von Atomwaffen im Inneren garantieren. Einen Teil seiner sicherheitspolitischen Kompetenz muss der Schwarze Sheriff aber abtreten an…
Luftsicherheitsminister Dieter Wiefelspütz (SPD)
Sein schnelles verbales Handeln nach dem Beinaheterroranschlag von Berlin qualifiziert ihn für die sensible Aufgabe des Luftkampfs über Reichstag und Stammtischen. Wiefelspütz soll bereits erklärt haben, er wolle Meier heißen, wenn sich noch einmal ein Kleinflugzeug am Himmel über Berlin zeige.
Justizminister Hans Christian Ströbele (Grüne)
Nachdem die klassischen Ressorts wie Umwelt und Landwirtschaft bereits abgegrast sind, erhält der gelernte Rechtsanwalt die Gelegenheit, nun auch in der bislang von ökologischen Gedanken noch eher unbeleckten Justiz, den Umweltschutz nachhaltig ad absurdum zu führen. Dazu soll zum Beispiel der Ausstoß von Schriftsätzen auf Recyclingpapier verdoppelt werden. Geplant ist außerdem die Ablösung des bisherigen Einweg-Instanzenzugs durch einen nachhaltigen Instanzenkreislauf, in dem ein und derselbe Fall wieder und durchgekaut wird.
Spiel- und Spaß-Minister Guido Westerwelle (FDP)
Ob Anpfiff der Fußball-WM, Schirmherrschaft über die Love-Parade oder lustige Reformvorschläge für den Aufschwung, die FDP braucht ein Ressort, das Spaß macht. Eventuell wird auch die Schifffahrt dem neuen Spaßministerium zugeschlagen.
Finanz- und Wirtschaftsminister Oskar Lafontaine und Gregor Gysi (Linkspartei)
Das geplante Superministerium für Wirtschaft und Finanzen wird der fusionierten PDS/WASG zufallen. Da sich jedoch die beiden in Frage kommenden Spitzenlinken bislang nicht durch große Ausdauer in Ministerämtern ausgezeichnet haben, werden sie sich in der Amtsführung abwechseln.
Noch sind nicht alle Posten verschachert. Wer soll etwa Joschka Fischer ablösen und Allparteiendeutschland nach außen repräsentieren? Hier böte sich Holger Apfel, NPD-Reichsstatthalter in Sachsen an. Der Kampf um Weltgeltung im UN-Sicherheitsrat wäre bei einem Neonazi gerade recht aufgehoben. Noch peinlicher, als es eh schon ist, kann das Gezerre um einen ständigen Sitz auch nicht werden. Und in der Visa-Politik hätte ein NPD-Mann vermutlich weniger kritische Nachfragen der Union zu fürchten.
Noch ist alles nur eine dunkle Vorahnung, doch die Vorbereitungen für die größte anzunehmende Koalition laufen. Vorschläge für den Postenschacher senden Sie bitte an den Helgoländer Vorboten oder an den Bundespräsidenten unter dem Stichwort »ein Ruck für Deutschland«.



