Lug und Trug des Studentenpacks

wichsvorlage-studentenRedaktionsschwanz vorne: Der Evolutionsbiologe Axel Meyer hat einen tollen Text über Studenten an seiner Universität geschrieben. Also einen fast tollen Text. Er ist halt Zoologe. Um seiner völlig berechtigten Kritik ein wenig auf die sprachlichen Sprünge zu helfen, hier unser – völlig altruistisch formulierter – Support-Text.

Ich habe nichts gegen Studenten, wirklich nicht. Ich kann akzeptieren, dass einige von ihnen meine Fische füttern (mit denen ich arbeite) oder auch mal das Altpapier entsorgen. Aber müssen an meiner Universität so viele von ihnen rumlaufen, rumstehen, ja regelrecht rumhängen?

Ich habe auch nichts gegen Ausländer, aber warum sie in Konstanz studieren dürfen, um dann später als ausländische Konkurrenz einheimische Arbeitsplätze zu gefährden, bleibt selbst mir Elite-Professor, der ich in Miami, Cambridge und Berkeley studiert habe, ein Geheimnis.

Was bringen Studenten – außer Dreck und Ärger und irgendwann Kinder, also weitere Studenten? Machen sich Studenten irgendwie nützlich für die Gesellschaft? Waschen sie mein Auto oder helfen sie, Buntbarsche auseinanderzuklamüsern? Nichts tun sie, – und dafür streichen sie auch noch Bafög ein. Geld aus meiner Tasche!

Wozu bekommt dieses Pack überhaupt Bafög, dieses Taschenraubgeld? Doch wohl, um es in die Mensa zu bringen (sonst wäre das Mittagessen für mich dort ja noch teurer!), um meine Lehrbücher zu kaufen (oder halt meine Kolumnen, es muss nicht jeder ein Lehrbuch schreiben) und um vom Rest vielleicht mal ein paar Wasserpflanzen für meine öd-leeren Aquarien zu besorgen (in denen ich Fische halte, mit denen ich arbeite).

Ich möchte nicht falsch verstanden werden (was schnell passieren kann, wenn ich in diesem komischen Land, das Englisch nur radebricht, zur Artikulation auf Deutsch genötigt bin, einem unterentwickelten, armseligen und von evolutionärem Misserfolg gezeichnetem Geblubber), aber man wird ja wohl noch fragen dürfen: wozu braucht im 21. Jahrhundert eine Hochschule Hochschüler!?

Und wenn ein Elite-Professor wie ich sich dann schon bereit erklärt, Semester um Semester geistige Perlen vor gestrige Säue zu werfen, dann zeigt sich dieses Pack auch noch bis ins letzte Glied: undankbar.

Da bereitet man mit Akribie eine Klausur vor, um die Spreu vom Weizen zu trennen – ach was: um die ganze Missfrucht den Schweinen zu verfüttern, und was macht dieses Studentenpack? Es betrügt! Betrügt in der Klausur!

Und wer dazu noch zu doof ist, der betrügt schlicht vor der Klausur, meldet sich einfach krank, und für das notwendige ärztliche Attest ist einiges vom Pack erbärmlich genug, sich einfach in die Hose zu koten und dies als Ergebnis kolossaler, am besten noch vom Lehrkörper verursachter Prüfungspanik zu verkaufen. Es ist ein einziges Lügen und Betrügen!

Bin ich, bittschön, dafür Zoologieprofessor geworden, dass sich mein Studentenpack genau so verhält wie ein Kuckuck, wie Hautflügler, wie Drosera und Dionaea, wie Caligo und Konsorten und das ganze primitive Primatenzeug, die sich allesamt mit Lug und Trug durch die Evolutionsgeschichte zigeunert haben? Ja wo die gesamte Biologie ein einziger Wettbewerb im Bescheißen ist, von Gottes Urknall bis zur Vaterschaftsverschleierung der Frau?

Werden ich und meine Buntbarsche dafür vom deutschen Steuerzahler gepudert, dass sich Studentenpack verhält wie – wie Affen?

Redaktionsschwanz hinten: auch energisch professoral vorgetragen zum Hören

Ein Gedanke zu „Lug und Trug des Studentenpacks

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