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Qualitätsjournalismus | 29.01.2006 | druckansicht

SPIEGEL Tittenblatt des Jahres

Das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der SPIEGEL" ist von der internationalen Satire-Zeitung "Helgoländer Vorbote" zum "Tittenblatt des Jahres" gekürt worden. "Niemand beherrscht die Kunst so gut wie der Spiegel, Titten zu jedem unpassenden Thema aufs Cover zu heben", heißt es in der Begründung.
Die entscheidende Qualifizierung gelang dem Au(g)st(ein)-Blatt mit dem aktuellen Titel 6/2006 zur "Heilkraft der Bewegung", das eine Flitzerin im Profil zeigt. "Der SPIEGEL illustriert anti-thematisch, das ist genial", so Fred Steinhauer vom Helgoländer Vorboten. Statt naheliegende Titelthemen wie "Importware Sex" (26/2003) oder "Was will Angela Merkel" (28/2005) mit öffentlich-rechtlicher Hemmungserotik einzukleiden, vertraut der SPIEGEL dort der Kraft des Wortes. Dafür klare Kontrapunkte: Titten statt Schwänze bei "Evas Männer" (9/2005), Solo-Räkel-Busen statt Gruppensex zur Frage, ob Freud doch recht hatte (16/2005), Möpse statt Panzer bei "Aufstand gegen Europa" (23/2005).

Nach Angaben des "Helgoländer Vorboten" hatte die BILD-Zeitung im Vergleich zum SPIEGEL keine Chance: "Die BILD präsentiert zwar weit mehr und weit schönere Titten, aber ohne jeden Überraschungseffekt, ohne Arrangement, ohne Hirn." Zudem habe BILD auch ganz gelegentlich einen unscharfen Pimmel im Blatt, was sie als originäres Tittenblatt disqualifiziere. "Schon der leiseste Anflug von Emanzipation ist ein Ausschlusskriterium." Als drittes Blatt aus dem Redaktionsfundus der Satire-Zeitung war nur noch die völlig chancenlose ADAC-Motorwelt im Wettbewerb vertreten.

Kommentare

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31.01.06 10:15, Medienpsychologe

Den pädagogischen Mehrwert ansprechender Tittelblätter sollte man nicht unterschätzen. Im konkreten Fall motiviert der Anblick der "Flitzerin" zur im Artikel propagierten Volksbewegung: Mutti denkt sich: Wenn ich mich ranhalte, kann ich auch so aussehen wie sie. Vati denkt: Wenn ich mich ranhalte, kann ich sie ficken.

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