Denn dank Ursula von der Leyens Familiengeld wissen jetzt alle Besserverdiener – und wer ist in Deutschland KEIN Besserverdiener? Selbst den Hartz-IV-Empfängern geht´s doch viel zu gut – dass Kindermachen einfach geil ist. Inzwischen ist ja eine regelrechte Kindermachepidemie ausgebrochen. Staatsvolksnachwuchsbegattungseuphorie sozusagen. Besser als Poldi und Schweini im Doppelpack. 60-jährige Ärzte, die Angst um die Rentabilität ihrer Praxen haben, verpassen ihren Gattinnen Hormonbehandlungen, weil sie sich von Drillingen die Rettung versprechen. Junior Consultants bei Roland Berger werden scharenweise zu ihren Ü-40-Chefinnen vorgeladen und haben die Wahl: Begatten oder Arbeitslosengeld II. Siebenköpfige Familien, die gar nicht wissen, dass es ein Leben oberhalb der Armutsgrenze gibt, wollen noch eins, zwei, drei drauflegen, weil mit Elterngeld alles besser wird.
Und erst die Wirtschaft. Ein ungeheueres Wachstum wird eintreten, schon jetzt fängt die Wirtschaft ungeachtet jeglicher Mehrwertsteuererhöhung an zu boomen. Denn man weiß: Wenn die Gören da sind, wird erstmal das Elterngeld verprasst. Weil im ersten Jahr die Kurzen noch nicht mitreden können, vor allem zur Lust der Ollen: Flachbildschirmfernseher, Flachschädelgrundausstattungen, Alkohol, Reisen... Massenhaft nachgefragte schalldichte Isolierungen von Kinderzimmern und deren fachgerechter Einbau werden der Baubranche zu ungeahntem Aufschwung verhelfen.
Und nach einem Jahr? Wird´s erst richtig prickelnd. Denn dann gibt es kein Elterngeld mehr, dann müssen die Eltern wieder einen von den vielen, überall massenhaft angebotenen Traumjobs annehmen. Und die Kinder in eine der zahlreichen Betreuungseinrichtungen geben, die ja überall existieren: In den Slums von Nairobi, Sao Paulo, Mexico City, Bombay... Und damit die Kinder dahin kommen, wird DHL sein Angebot auf Lebendtransporte von nesthockenden Zivilisationshumanoiden ausweiten. Die Postaktie endlich mal wieder im Aufwind.
Die Biotechnologie bekommt Fördergelder aus EU-Töpfen in nahezu beliebiger Milliardenhöhe: Der Mensch mit 14-monatigem Verfallsdatum wird gezüchtet. Oder der Selbstbetreuungsnachwuchs: Macht 14 Monate Freude, verpuppt sich anschließend, verbleibt dann 35 Jahre in diesem Stadium, um die Eltern dann, wenn sie endlich Rentner bzw. 67-jährige Sozialhilfeempfänger sind, durch plötzlich eintretende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu ernähren...
Päpstin Ursula, wir danken dir. Und... Yuppies aller deutschen Länder: Vereinigt euch (und zwar körperlich!)!
Mehr Kostproben vom „Hausmann“ Klaus Wührl gibt es in seinem täglichen Satire-Blog




