Es ist immer der gleiche Jammer mit den halbherzigen Diktaturen
westeuropäischer Prägung. Das Volk mault rum, will dies nicht und das
nicht, dafür aber vielleicht jenes. Anstatt an einem nationalen Strang
zu ziehen, denkt jeder vor sich hin, als hätten wir Rechnerkapazitäten
an die Philosophie zu verschenken.
60% der Bevölkerung in Deutschland sagen einer
stern-Umfrage 
zufolge der Bundeswehr in Afghanistan den Kampf an. Wollen sie raus da haben und am heimischen Herd versammeln oder in deutschen Oderfluten downcoolen.
Das geht den Militärs gewaltig auf den Sack. Und den Militär-Befehlshabern im Bundestag, die ja nicht nur den Marschbefehl ausgeben, sondern auch die Tagesrationen und die Wollsocken für Nikolaus. Deshalb gibt es jetzt Tapferkeits-Orden für gelungene Unterordnung und Marschmusik an jedem Samstag.
Reinhold Robbe, dem neben einem SPD-Parteibuch zugeschrieben wird, "
Hilfsorgan 
des Bundestags bei der Ausübung der parlamentarischen Kontrolle im Bereich der Bundeswehr" zu sein,
sagt: 
"Etliche [Soldaten] sind für unser Land gefallen, nicht wenige sind wegen schwerster Verwundungen für ihr ganzes Leben gezeichnet. Deshalb ist die
Tapferkeitsmedaille 
für mich ein angemessenes und gutes Beispiel für positiven Patriotismus." Denn eine Armee in "robusten Einsätzen" am Arsch der Welt und noch tiefer drin im Moloch des Bösen braucht nicht nur Winternothilfe, sondern auch Solidaritätsgrillen im schwüldeutschen Sommer.
Konsequent wäre jedoch, jetzt eine Soldatenpartei zu gründen. Nicht nru wegen der
Piraten 
, die den Bundestag bedrohen. Sondern wegen der
Robustheit 
des
Pazifismus 
', der sich wie ein Borkenkäfer durch die schwächelnden Garnisonen frisst und das Kriegsfreudentum schwer beschädigt.
Zentraler Programmpunkt der Soldatenpartei: Der nächste Krieg muss wieder vor der Haustür stattfinden. Wegen dem Szenenapplaus und den Heimaturlauben. Dann wird das Volk auch wieder patriotisch. Peng peng.