Eben noch hat die "wehrhafte Demokratie" (Innenminister-Bonmot) einen tollen Sieg errungen und das Foltern des selbsternannten Kölner Kalifen in ein anderes Land verschoben, da erschlafft die ganze Härte des Rechtstaates auch schon bei einem anderen Met[in].
Der 21-jährige Met Iberdemaj
, der mit seiner gesamten Sippe in Herne haust, saß quasi schon im Flieger nach Pristina, jedenfalls hatte ihn unsere tatkräftige Polizei bereits abgeholt und zu seiner eigenen Sicherheit in behördlich ergangene Organisationshaft gesteckt, da muss erst noch eine überflüssige Anhörung Düsseldorfer Labbertaschen ausgesessen werden. Aber aufgeschoben wird doch abgeschoben! Gerade in solch gefährlichen Fällen wie dem des notorischen Herner Abschiebegners darf die wehrhafte Demokratie keine Schwäche zeigen, muss der Rechtsstaat wieder erhärten.
Nicht nur, dass sich sämtliche Verwandte des skipetarischen Jungspundes, die Brüder durch Heirat, die Mutter wegen Krankheit und der Vater mit Recht, ihren Aufenthalt im Deutschen Reich erschlichen haben, nein: Met Iberdemaj, der nachweislich im Fernsehen Osama bin Laden begegnete, gilt als potentieller Islamistenbomber. Ein unbekannter Sprecher des BKA gegenüber dem HELGOLÄNDER VORBOTEN: "Der Verdächtige kann perfekt Deutsch, ist voll integriert und hat mehrere Jahre Physik-Unterricht absolviert. Ein Tiefschläfer."
Der VORBOTE fordert: Arschtritt und Abflug ins Balkan-Zelt. Notfalls muss der Rechtsstaat dafür auch einmal in Springerstiefel steigen.
Hintergrund:
Met Iberdemaj soll in den Kosovo abgeschoben werden. Der 21-Jährige lebt seit 1994 in Herne und ist Mitglied des dortigen Kinder- und Jugendparlaments. Met Iberdemaj hat die Fachoberschulreife erworben und kann perfekt Deutsch. Seine Eltern und Geschwister besitzen sämtlich eine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland. Die für den 9. Dezember geplante Abschiebung Met Iberdemajs wurde in letzter Minute ausgesetzt, da zunächst eine Behandlung des Falles im Petitionsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtages am 24. Februar 2005 abgewartet werden soll.
Eine Sprecherin der Stadt Herne bestätigte auf Nachfrage des HELGOLÄNDER VORBOTEN, dass der Oberbürgermeister von Herne, Horst Schiereck, die Abschiebung befürworte und sich auch für keine andere Lösung einsetzen werde. Unabhängig davon, ob der Oberbürgermeister persönlich eine Abschiebung sinnvoll finde oder nicht, müsse Recht und Gesetz eingehalten werden.
Nachtrag:
In der Nacht zum Dreikönigstag hat Met Iberdemaj aus Protest
gegen seine Abschiebung auf dem Herner Marktplatz sein 2-Mann-Zelt aufgeschlagen. In dem ungewöhnliche Flüchtlingscamp fanden sich zweitweilig bis zu 50 Teilnehmer ein, die den vom deutschen Rechtsstaat verfolgten Met Iberdemaj in seinem Protest unterstützten.




