:: Impressum
:: Kontakt
Freitag, 10.Februar 2012
 
Aufbau Deutschland
SPIEGEL-Kritik
Deutschland Deutschland über alles
Deutschtumsprech
Wahnsinn Deutschland
Politiker versagen - Nichtwählen ist die Antwort
Kabarett und Comedy im Fernsehn
Humor im Bundestag: die politischen Lieblingswitze der Abgeordneten
Kabarett-CD für Home-Karaoke
Kabarett-Shop (extern)

Essay zur Nationalhymne | 20.06.2006 | druckansicht

Deutschland über alles - Das Programm

Was Hoffmann von Fallersleben da am 26. August 1841 auf Helgoland gedichtet hat, ist für seine Zeit okay - als Nationalhymne heute ist es Teil einer Pandemie -, keine besondere Unleistung der deutschen Hymne, es eint sie mit allen nationalen Kadergesängen. Die Idee, es müsse ein Liedchen geben, das bei staatstragenden Anlässen wie Fußball-Länderspielen geblasen und gesungen wird, zu dem alle strammstehen und einen leicht jenseitigen Blick üben, ein Stück, das dem Volksglied Schauer über den Rücken jagen soll - diese Idee passt ja so was von überhaupt nicht in unsere ach so globalisierte Welt. Aber: Machtsymbole und Machtsubjekte haben noch alle Herrscher von ihren Vorgängern übernommen.
Selbstverständlich wohnt der Bundespräsident im Jahre 2006 wie eh und je in einem Märchenschloss - und weil für den Bundeskanzler keines frei war (es soll aber für die bescheidene Summe von einer Milliarde Euro wieder aufgebaut werden), hat er eine modernere, aber keineswegs weniger Herrschaftsklasse konstituierende Schloss-Fassung genommen. Wann immer herrschende Politiker Wichtigkeit demonstrieren wollen, gibt es militärische Aufmärsche - vorzugsweise für ausländische Politikbosse, denen der deutsche Hausherr stolz seine Drillinge präsentiert.

Der Klang von Hoffmanns »Lied der Deutschen« durch die letzten 165 Jahre belegt sehr schön die Absurdität einer »Nationalhymne«, die zusammengewürfelten Menschen (»Klumpen«) eine emotionale Identität geben soll. So ist das mit Herdentieren: einer singt vor und Millionen singen nach. Völlig egal, dass sich zwischen Hoffmanns Sorgen mit der Kleinstaaterei und den deutschen WM-Sicherheitssorgen die Welt gut 60.000 Mal gedreht hat, egal, dass niemand weiß, was seit Kohls blühenden Landschaften mit einem blühenden Vaterland für eine Ruine heraufbeschworen wird, egal, dass dieser Song der Weimarer Republik so recht war wie dem Dritten Reich und der Bundesrepublik Deutschland - et kütt wie et kütt und das Land der Dichter und Denker hat wahrlich besseres zu tun, als sich alle paar Jahre einen aktuellen Text zur Armut der Nation auszudenken.

»Deutschland, Deutschland über alles« wird zwar derzeit nur noch wenig gesungen - aber es ist das offizielle Programm in Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur - und falls es mehr geben sollte in Deutschland, dann auch dort. Und ganz nationaldeutsch ist damit nicht die »innere Einheit« gemeint - ach Gott, dafür gibts den Soli -, sondern der allgemeine deutsche Größenwahn: wir müssen Exportweltmeister bleiben, im PISA-Ranking nach vorne, wir holen uns den Medaillensieg. Ein Deutschland, das nicht über allen und allem steht oder wenigstens alles dafür tut, - ein solches Deutschland ist weiterhin nicht vorgesehen, so sehr Tucholsky es sich gewünscht hat (Zitat):

"Heimat
Aus Scherz hat dieses Buch den Titel »Deutschland, Deutschland über alles« bekommen, jenen törichten Vers eines großmäuligen Gedichts. Nein, Deutschland steht nicht über allem und ist nicht über allem - niemals. Aber mit allen soll es sein, unser Land. Und hier stehe das Bekenntnis, in das dieses Buch münden soll: Ja, wir lieben dieses Land.
Und nun will ich euch mal etwas sagen: Es ist ja nicht wahr, dass jene, die sich »national« nennen und nichts sind als bürgerlich-militaristisch, dieses Land und seine Sprache für sich gepachtet haben. Weder der Regierungsvertreter im Gehrock, noch der Oberstudienrat, noch die Herren und Damen des Stahlhelms allein sind Deutschland. Wir sind auch noch da.
Sie reißen den Mund auf und rufen: »Im Namen Deutschlands...!« Sie rufen »Wir lieben dieses Land, nur wir lieben es.« Es ist nicht wahr.
Im Patriotismus lassen wir uns von jedem übertreffen - wir fühlen international. In der Heimatliebe von niemand - nicht einmal von jenen, auf deren Namen das Land grundbuchlich eingetragen ist. Unser ist es.
Und so widerwärtig mir jene sind, die - umgekehrte Nationalisten - nun überhaupt nichts Gutes mehr an diesem Lande lassen, kein gutes Haar, keinen Wald, keinen Himmel, keine Welle - so scharf verwahren wir uns dagegen, nun etwa ins Vaterländische umzufallen. Wir pfeifen auf die Fahnen - aber wir lieben dieses Land. Und so wie die nationalen Verbände über die Wege trommeln - mit dem gleichen Recht, mit genau demselben Recht nehmen wir, die wir hier geboren sind, wir, die wir besser deutsch schreiben und sprechen als die Mehrzahl der nationalen Esel - mit genau demselben Recht nehmen wir Fluss und Wald in Beschlag, Strand und Haus, Lichtung und Wiese: es ist unser Land. Wir haben das Recht, Deutschland zu hassen - weil wir es lieben. Man hat uns zu berücksichtigen, wenn man von Deutschland spricht, uns: Kommunisten, junge Sozialisten, Pazifisten, Freiheitsliebende aller Grade; man hat uns mitzudenken, wenn »Deutschland« gedacht wird... wie einfach, so zu tun, als bestehe Deutschland nur aus den nationalen Verbänden.Deutschland ist ein gespaltenes Land. Ein Teil von ihm sind wir."(Aus: Deutschland, Deutschland über alles )

Kommentare

+ Hinzufügen

22.05.06 16:29, Insel Helgoland - Madrukstaat töne an:

Das Wort hat der helgoländische Inselmuezzin, möge die Welt bzgl. Deutschland doch erkennen, das Subjekt Deutsches Reich u. derer Nationalhymne gab es ja, lebt aber doch in der Stille bei aufrichtigen Patrioten fort. Nun eine weitere Tatsache ist, 1945 ging das dt. Reich nicht unter, sondern nur derer Armee kapitulierte, und das Subjekt Deutschland wurde aufgeteilt, u.A.. in West und Ost etc. etc.. Die Welt ist in Kenntnis, das Subjekt BRD wurde 1949 gegründet, und wurde nur der Alliierten dessen besatzungsrechtliches Verwaltungsinstrument - ohne Anspruch auf die Nationalhymne der Reichsdeutschen, jedoch man bedenke, dieses an Unikum 1949 etablierte an BRD, wurde jedoch im Jahre 1990 längst aufgelöst, seitdem ist die Kleinstaaterei wieder beim deutschen Volke eingekehrt, da gibts für diese - weder für die nicht mehr existente BRD, keine Nationalhymne mehr, weder hat eine Bundeskanzlerin Merkel eine Legitimation - sich Staatsbürgerin der BRD zu benennen, weder noch es ein Staatspräsident der BRD geben kann, der Herr Horst Köhler - im übrigen nicht mal genau wissend, wo ist der Junge in den Kriegswirren den geboren, mal in Österreich - mal in Polen gewesen sein soll, und sie wissen ja, man hat doch heute bereits Kööööhler, als den Herr Sparkassendirektor tituliert, der sich im Bellevue in Berlin eingeigelt ängstlich eingenistet hat. Man muß als Mensch doch wissen, die ehem. BRD Administration ist doch nun seit Änderung GG Art. 23 im Jahre 1990 nur noch bzgl. der EU Angelegenheiten, seit 1990 nur noch das Verwaltungsinstrument der Kleinstaaten hingeworden, den Staat BRD und derer Organe, etc. etc.- gibt es juristisch längst nicht mehr, und da diese BRD nicht Existent, so hat auch diese, noch nie eine Grundlage für eine Nationalhymne gehabt, die damals auf Helgoland entstanden ist - darauf eine BRD keinen Anspruch hatte, weder Nachfolgestaat des DR die BRD geworden ist. Nun im Hinblick Insel Helgoland und Düne, als Ursprungsort der dt. Nationalhymne eines Poeten, da braucht sich keiner mehr sich Gedanken machen, über die Nationalhymne der ehem. DR Staatsbürger, denn dieses an DR Nationalhymne gewesen, zumindest die Inselbewohner von Helgoland nicht mehr dies interessiert, weder sich noch damit rühmen wollen, denn aus Ihnen sind nun seit 15.12.2004 mardukanische Staatsbürger geworden, wo in der Sea of Marduk gelegen, doch wahrhaftige echte Staatsbürger des Kingdom of Marduk hingeworden, und haben es längst nun kapiert, denn sie tönen Marduk, Marduk über alles, unser Gebieter und Retter unseres Volkes wie der helgoländisch mardukanischen Inselwelten, wir freuen uns - seit 1946 nicht mehr zu den Preußen zu gehören, und noch nie zu den Schleswig-Holsteiner hingehörten, weder noch Bundesrepublikaner wurden, wir sind jedoch nun wissend, seit 15.12.2004 sind wir freie Staatsbürger des Staat Kingdom of Marduk geworden, und kennen dessen Nationalhymne, und die ist international doch längst bekannt, zu der wir auch stehen - und zu unserer Vergangenheiten paßt - so lebe Hoch, unser König Marduk - so möge die Kleinstaatler auf dem Festland doch erkennen, es gibt kein Staat BRD, weder diese BRD eine juristische Grundlage für eine Nationalhymne hat, sie hat auch keine Legitimation, überhaupt dem Volk der Deutschen, dessen Nationalen, und derer heutigen Nachfahren, mit einer Nationalhymne der Reichsdeutschen vorzustehen - es gibt keine Staatsbürgerschaft des Subjekt Bundesrepublik Deutschland, und wer hier ein Reisedokument in den Händen hat, dies ist nicht ein Dokument der Staatsbürgerschaft, so mögen diejenigen wo dieses hier lesen, doch ihren roten Reisepass kurz herausholen, und mal genau unter die Lupe nehmen, sie werden etwas an Besonderheit feststellen können, wenn sie nicht Blind sind - der Staat BRD gibt es einfach nicht, das deutsche Volk schlittert in eine konstruierte Auflösung und Ausradierung hinein, die Hammelherde der Masse will das Desaster nicht erkennen, denn sie sind Blinde ihrer Hammelregenten geworden, und eine Nationalhymne, wo eine Minderheit für die BRD erkennen will, die gab es einfach nicht, wird es auch nie geben - möge es der Rest der Welt wenigsten erkennen, der Rest des deutschen Volkes schlittern in eine Auflösung und stille feindliche Übernahme hinein, da braucht man keine Nationaliät des es war Einmal, weder eine Nationahymnenideologie Soweit zu dem Thema Staat und Nationalhymne etwas den Kleinstaatlern im Herzen Europas erläutert worden ist. Nun abschließend des Königs Marduk dessen Muezzin erklärt: > bei Zensur dieses Textwerk - Zutreffendes bitte nicht streichen < ein Dank an die Redaktion des Heloländer-Vorbote und anderswo gelegenen Zensuristen. Beste Grüße von H.M. King Marduk I. mit hinzu.

22.05.06 17:22, H.M. King Marduk I. erklärt International

Im Hinblick der Würde der Nationalität und Nationalhymnen etwas erklärt - aller Respekt den nationalen Patrioten auf dieser irdischen Welt - jedoch des Deutschtum an Nationalität betreffend, ist dies bereits längst im freien Fall, international fixiert fallend - eines Volkes willen, so der Deutschen seiner Daseinsberechtigung, von einer Wolfsgesellschaft in Berlin, Paris, Brüssel, London, Washington, Moskau, Tel Aviv gelegen, willig niedergemacht benommen, so bedenke man >> Nichts ist einer Kultur und Staatsvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique, so das deutsche Volk sich regieren zu lassen, wo schon Napoleon in die Geschichtsbücher schrieb > Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk, als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man Ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung, als ihre wirkliche Feinde

24.06.06 12:06,

... Jung, halt du dich raus - du hast als einer anner Erbs!

+ Hinzufügen

Scheiß Werbung::::::::::::
Verbannung nach Helgoland - Reich & glücklich ohne Politiker

Das völlig andere Deutschland-Buch, das die Einführung der Demokratie nicht nur fordert, sondern für möglich hält. Hardcover Im Buchladen für 13,50 EUR zu haben. Rezension RP: "Es sollte deshalb Pflichtlektüre für jeden sein, der sich mit Politik beschäftigt. Vor allem für Politiker." Aktueller Wahnsinn hier.
Keine Werbung


ONLINE-WAHN Das kuriose Bild des Tages
Deutschland, Deutschland über alles

Kurt Tucholsky relaunched. Der Bestseller von 1929 neu herausgegeben von Timo Rieg. Mit aktuellen Bildern und Dokumenten und einer feinen Auswahl an Tucholsky-Texten aus dessen Gesamtwerk. Hardcover, ISBN 3-938081-91-0, Verlag Berliner Konsortium, 18.- EUR. In jeder Buchhandlung. Rezension zum Relaunch hier.

Es geht um alles! 500 neue Abos für die Jungle World.

Das Zitat des Tages wird Ihnen präsentiert von www.zitate.de
Als investigative...

Berliner Insel-Zeitung sind wir natürlich Fan von Netzwerk Recherche.