Lafontaine hatte sich dagegen gewehrt, dass Sixt sein Bild unerlaubt zu Werbezwecken verwendet habe und forderte eine Entschädigung. Das Unternehmen Sixt hatte Lafontaine im Jahre 1999 kurz nach seinem Rücktritt als Minister und SPD-Parteivorsitzender zusammen mit 15 anderen Mitgliedern des damaligen Bundeskabinetts auf einem Werbeplakat abgebildet; allerdings war nur Lafontaines Bild durchgestrichen. Das Werbeplakat trug die Unterschrift: "Sixt verleast auch Autos an Mitarbeiter in der Probezeit."
Der Bundesgerichtshof wies Lafontaines Anspruch auf Entschädigung nun aber zurück, da Sixt „ein aktuelles politisches Geschehen zum Anlass für ihren als Satire verfassten Werbespruch genommen habe, ohne über eine bloße Aufmerksamkeitswerbung hinaus die Person des Klägers zur Anpreisung ihrer Dienstleistung zu vermarkten.“ Weiter heißt es in der bisher vorliegenden Pressemitteilung des BGH:
„Zwar habe niemand, auch nicht der Kläger als Person der Zeitgeschichte, es hinzunehmen, mit seinem Bildnis oder Namen in eine fremde Werbung eingebunden zu werden. Das schließe es aber nicht aus, dass das auch im Bereich der Wirtschaftswerbung bestehende Recht auf freie Meinungsäußerung den Schutz (des vermögensrechtlichen Bestandteils) des allgemeinen Persönlichkeitsrechts verdränge.
Die gebotene Güterabwägung falle im Streitfall zu Lasten des Klägers aus. Die Verwendung des Bildnisses erwecke nicht den Eindruck, der Abgebildete empfehle das beworbene Produkt. Ein Image- oder Werbewert des Klägers werde nicht auf die beworbene unternehmerische Leistung übertragen. Das Foto des Klägers behalte auch im Rahmen der Werbeanzeige seine politische Zuordnung. Es sei Teil einer satirischen Auseinandersetzung der Beklagten mit dem Rücktritt des Klägers als einem aktuellen politischen Tagesereignis. Zudem sei nur eine kontextneutrale Portraitaufnahme verwendet worden, die sich in Größe und Anordnung in die Portraitaufnahmen der weiteren fünfzehn Regierungsmitglieder einreihe. Auch seien keine ideellen Interessen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts des Klägers verletzt. Das Ansehen des Klägers werde nicht beschädigt. Als Folge dieser Abwägung müsse im Streitfall das Interesse des Klägers, eine Verwertung seines Porträtfotos in der Werbung zu verhindern, zurücktreten. Deshalb sei ihm auch kein Anspruch auf Abschöpfung eines Werbewerts zuzubilligen.“




