Gegen „die willkürliche Nutzung des Namens unserer Heimat von Personen, die eigenartig sind“ ziehen drei LesbierInnen vor Gericht. Der Herausgeber des Magazins Davlos und zwei Einwohnerinnen der griechischen Insel mit dem eigenartigen Namen haben in Athen eine einstweilige Verfügung beantragt.
Zwar sind drei provinzielle
Prozesshansel 
nicht unbedingt repräsentativ für eine ganze Insel, aber wie die Geschichte lehrt, kann schon eine einzige Person den regionalen Ruf über zweieinhalb Jahrtausende nachhaltig versauen. Hätten die Lesbier dem bereits zu Lebzeiten ihrer berühmtesten Tochter Einhalt geboten, spräche jetzt vielleicht alle Welt von
sifnischer 
Liebe. Für Lesbos würde sich kein Schwanz interessieren.
Anders als die deutsche Presse mit ihren Meldungen aus den Spaßrubriken „Auch das noch“ oder „
Hintergründe 
“ glauben macht, legen sich die drei tapferen Griechen übrigens mitnichten gleich mit dem Duden oder dem weltweiten Sprachgebrauch an. Es geht konkret darum, die Insel aus der offiziellen Bezeichnung des griechischen Schwulen- und Lesbenverbands
OLKE 
herauszuprozessieren. Soviel Genauigkeit muss schon sein.