Onkel Zapp wird alt

zippert-koehler-schroederIn seiner Kolumne “Zippert zappt”, die bitte zunächst vollständig zu lesen ist, schrieb Zapp-Zippert am 1. Dezember 2009 u.a.:

Gestern wurde Kristina Köhler offiziell als Familienministerin vereidigt. Oppositionelle Politiker kritisierten, es sei höchst bedenklich, einer so jungen und unerfahrenen Frau ein wichtiges Regierungsamt zu überlassen. [...] Bundeskanzlerin Merkel versicherte: “Wir haben an alles gedacht. Bei Auftritten nach 18.00 Uhr sind immer die Eltern von Kristina Köhler dabei, und an nicht jugendfreien Debatten darf sie nicht teilnehmen.” Für die SPD besteht aber immer noch erheblicher Klärungsbedarf. Sie will wissen, ob Kristina Köhler neben Klavierunterricht, Reitstunden und der Foto-AG noch genug Zeit für die Ministerarbeit bleibt.

Der Helgoländer Vorbote antwortete Herrn Zippzapp am selben Tag:

Es ist verständlich, dass Sie mit Ihren 52 Buckellenzen wehmütig an die besseren Tage zurückdenken , verehrter Kollege Hans Zippert. Aber Sie verklären da etwas, wenn Sie meinen, mit 32 Jahren gab es bei Ihnen noch Pausenhofliebe, heimliche Zigaretten und Wettwichsen. Wollen wir zumindest zu Ihren Gunsten annehmen.
Bei genauerer Betrachtung haben Sie mit 32 Jahren ganz wie Dr. Kristina Köhler ein Familienministerium geleitet. Das Ihre bot sich vorzugsweise als Ersatzpartnerschaft für auf dem freien Markt der Liebe eher glücklos agierende Pausenhofintellektuelle an. Es ist Ihnen als Kolumnist von Gnaden des Axel Springer Verlages möglicherweise entfallen, aber Sie leiteten damals das Haus “Titanic” , welches sich heute in den Händen eines weit eher denn Kristina Köhler mit einem Schuljungen verwechselbaren Leo Fischer  (schon 28? ) befindet.

Zweifellos ist Kristina Köhler eine “Zippert zappt”- Kolumne wert. Vielleicht sollten Sie auch in Ihrem Alter dafür aber nochmal selbst Reitstunden nehmen. Die Hüfte wirkt ein wenig immobil.

Gedanken zum Abitur: Der Tragödie erster und letzter Teil (Faust, Z. 354-397)

Habt ihr nicht, ach! in Biologie,
GM, Deutsch, Mathe und Chemie
Und nicht zuletzt Sporttheorie,
wohl schwadroniert, Punkt um Punkt.

Da steh ich nun, ich armer Tor,
seh euch noch dümmer als zuvor.

Bin Pauker, (Ober-)Studienrat gar
Und zog euch wohl 13 Jahr’
Klausur um Klausur, Stund’ um Stund’,
wie ich wollte, an der Nase herum.

Beethovens Faust und Goethes Neunte
Sind Kulturgut, das ich nie scheute.

Und nur mit dem Maturum könnt ihr’s schaffen
Zu Doktoren, Magistern, Schreibern und Pfaffen.

Doch plagen mich heute Skrupel und Zweifel,
dass ich philosophierte von Hölle und Teufel,
damit hab ich euch die Jugend entrissen!

Bilde mir nicht ein, was Wichtiges zu wissen:
Bilde mir nicht ein, ihr könntet was lernen,
die Generation weiser Menschen werden.

Ich hab zwar Gut und Geld
und alle Freizeit dieser Welt,
doch kann in ihr nur sorglos leben,
wer blind oder im Hirn voll Spinneweben.

Nun Kinder, gebt fein acht:
Die 13 Jahre haben nichts gebracht.
Drum sag ich euch: Vergesst den Scheiß!
Kein Curriculum – wie ich wohl weiß –
geht darauf ein, warum die Welt
schon morgen auseinanderfällt.

Seh allen Zukunftsglauben lahmen,
euch wie uns mit Benz rumfahren!
Oh, säh man noch den Mondenschein
und fände Veritas im Wein!

Wenn ich für das, was ihr gedacht,
an meinem Pult euch ausgelacht,
dann, glaub ich, schwante mir:
geduldig ist nur noch Papier.

Ach! Würde ich mir doch beim Denken
Nicht jedes Mal das Hirn ausrenken!

So bleibt es, wie es immer war:
Essenzen am Pennal sind rar.
Soll sich der Wissensqualm entladen –
Er, die Welt und wir geh’n baden!

(Prost allen Abiturienten!)

Unsere Kinder sind dem islamistischen Terror schutzlos ausgeliefert!

Investigativer Journalismus, und das ganz ohne Rundfunkbeitrag-Zwangsinkasso: die FAZ hat herausgefunden: potentielle Terroristen kommen einfach so in den Kindergarten rein. Und auch die Sicherheitssperren von Schulen und Supermärkten sind gar nicht so schwer zu überwinden. Einer Journalismus-Praktikantin gelang es sogar, sich als Besucherin getarnt in ein Heim von armseligen Demenzpatienten einzuschleichen. Ihre Bombenattrappen hat niemand entdeckt.
Und jetzt lesen die ganzen schlafenden Terroristen in Deutschland diese Enthüllungen und werden Kindergärten, Schulen, Supermärkte und Altenheime in die Luft sprengen. Muss man Verschwörungsflachfrau sein, um zu erkennen, wer daran ein Interesse hat???

Alleinreisende Zugsitze

Die ostwestfälische Originalfamilie steigt am Ostbahnhof in den ICE von Berlin nach Frankfurt. Vater, Mutter, zwei Söhne im profund geschätzten Alter von 14 und 16 Jahren. Der von ihnen eroberte Wagen 7 ist – wie an dieser Stelle üblich – noch sehr leer. “Hier ist ein Vierer mit Tisch!”, ruft der dümmere der beiden Söhne, und auch sein Bruder hat etwas Passendes gefunden. In den ersten Reisevorbereitungen wird der Proviant verteilt, aus Händen, Taschen und Rucksäcken, quer durch den Wagon. Die Söhne streiten sich, wer was mit wessen Berechtigung in welches Tragebehältnis gepackt hat.
Da entdeckt die Mutter mit vollen Backen die Reservierungsanzeige überkopf und liest laut  (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) vor: “Berlin Kassel, Berlin Kassel, Berlin Göttingen…”, von dem besorgten Ausruf gefolgt: “Ich hoffe die fahren nach Bielefeld – draußen stand doch  Abschnitt C bis E.” Sicherheitshalber werden die Söhne beigeordert, die Familie verteilt sich auf acht Sitzplätze, überwiegend mit dem Reiseziel “Berlin Braunschweig”. Weiterlesen

Streik-Ende: Evangelische Kirche übernimmt Deutsche Bahn

bahnstraengeMit der aktuellen Streikandrohung hat die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) den Bogen ganz offensichtlich überspannt – und ist ab heute schon Geschichte. Denn der für das staatliche Bahneigentum zuständige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat nach geheimen Gesprächen der letzten Tage die Deutsche Bahn AG für einen symbolischen Euro an die Evangelische Kirche verkauft, rückwirkend zum 1. November. Von dort aus wird sie künftig als gemeinnütziger Konzern betrieben – und kann nicht mehr bestreikt werden. Denn im kirchlichen Arbeitsrecht sind Streiks verboten, die tariflichen Auseinandersetzungen finden nach dem sogenannten „Dritten Weg“ einvernehmlich statt.

Von diesem Schritt dürfte vor allem Klaus Dauderstädt als Vorsitzender des Deutschen Beamtenbunds überrascht worden sein, denn bis zuletzt war im politischen Berlin vor allem über eine Rückkehr zur Bundesbahn spekuliert worden, in der man nicht nur die Lokführer, sondern alles wichtige Personal verbeamtet hätte, womit Streiks ebenfalls ausgeschlossen und die Aufrechterhaltung des Verkehrsbetriebes gewährleistet worden wären.

Gabriel versicherte in einer ersten Pressekonferenz nach dem Deal, dass sich für die Kunden nichts ändern werde. Die Kirche als neue Trägerin der Deutschen Bahn werde zwar aus ihrem christlichen Profil keinen Hehl machen, außerhalb der etablierten Bahnhofsmission soll es aber keine Glaubensbekehrungen geben. Die Bahn sei weiterhin für alle Konfessionen offen.

Im Detail dürfte es allerdings doch zahlreiche Änderungen geben, wie Fred Steinhauer vom Institut für Schienenverkehr auf Anfrage sagte. Bislang dürften beispielsweise Polizisten in Uniform jeden Zug kostenlos nutzen, weil die Bahn sich davon einen Gewinn an Sicherheit verspricht. „Das werden die Protestanten so kaum fortführen können, ohne ihre wichtige friedensbewegte Klientel zu verlieren“, so Steinhauer. Auch am Preisgefüge für Fahrscheine dürfte es erhebliche Veränderungen geben, allerdings bedürfen diese in jedem Fall der Zustimmung durch das Eisenbahnbundesamt.

GDL-Chef Claus Weselsky war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. In den letzten Tagen hatte sich jedoch immer deutlicher abgezeichnet, dass die Politik dem Bahnmanagement mit einer Veränderung der Betriebsstruktur zu Hilfe kommen wird.

Unwürdiger Blumensex auf Kosten der Steuerzahlerinnen

freundinnen-kennen-ihre-lieblingsblumenMit einem Aufschrei des Entsetzens hat Erregungskünstlerin Anne Wizorek auf die Fortführung der Werbekampagne “Toll was Blumen machen” reagiert. Sie sei tief betroffen von diesem frauenverachtendem Sexismus, der auch noch mit Steuergeldern über die Europäische Union finanziert werde. “Wenn wir Frauen mal nicht Dummchen am Herd sind, dann werden wir als billige Flittchen hingestellt, die für einen Strauß Blumen zu haben sind”, so die Nennenkelin Alice Schwarzers.

Auch ohne viel Fantasie werde spätestens im Werbevideo der Kampagne mit der Blume auf die weidmännische Bezeichnung des Schwanzes der Rammler angespielt. In einer früheren Werbeform war der Sexismus noch unverholener, als fünf Männer mit nackten Oberkörpern gemeinsam zu einer Frau geschickt wurden.

“Wir müssen diesem Alltagssexismus einen Gender-Grap durch die Rechnung machen”, erklärte Anne Wizorek gegenüber dem Stern. Die Aufschreierin fordert ein europaweites Verbot von Schnittblumen und phallischen Kakteen.

Blick in ferne Zukunft

robin-stege-schafe … Und wenn alles vorüber ist -; wenn sich das alles totgelaufen hat:

der Hordenwahnsinn, die Wonne, in Massen aufzutreten, in Massen zu brüllen und in Gruppen Fahnen zu schwenken, wenn diese Zeitkrankheit vergangen ist, die die niedrigen Eigenschaften des Menschen zu guten umlügt;

wenn die Leute zwar nicht klüger, aber müde geworden sind; wenn alle Kämpfe um den Faschismus ausgekämpft und wenn die letzten freiheitlichen Emigranten dahingeschieden sind:
dann wird es eines Tages wieder sehr modern werden, liberal zu sein.

Dann wird einer kommen, der wird eine gradezu donnernde Entdeckung machen: er wird den Einzelmenschen entdecken. Er wird sagen: Es gibt einen Organismus, Mensch geheißen, und auf den kommt es an. Und ob der glücklich ist, das ist die Frage. Dass der frei ist, das ist das Ziel. Gruppen sind etwas Sekundäres – der Staat ist etwas Sekundäres. Es kommt nicht darauf an, dass der Staat lebe – es kommt darauf an, dass der Mensch lebe.

Dieser Mann, der so spricht, wird eine große Wirkung hervorrufen. Die Leute werden seiner These zujubeln und werden sagen: »Das ist ja ganz neu! Welch ein Mut! Das haben wir noch nie gehört! Eine neue Epoche der Menschheit bricht an! Welch ein Genie haben wir unter uns! Auf, auf! Die neue Lehre!«

Und seine Bücher werden gekauft werden oder vielmehr die seiner Nachschreiber, denn der erste ist ja immer der Dumme.

Und dann wird sich das auswirken, und hunderttausend schwarzer, brauner und roter Hemden werden in die Ecke fliegen und auf den Misthaufen. Und die Leute werden wieder Mut zu sich selber bekommen, ohne Mehrheitsbeschlüsse und ohne Angst vor dem Staat, vor dem sie gekuscht hatten wie geprügelte Hunde. Und das wird dann so gehen, bis eines Tages…

Kurt Tucholsky, 1930. Aufgenommen auch in: “Deutschland, Deutschland über alles”

Fusionswelle macht keinen Halt vor der EU – alles wird größer, schöner und einfacher

Bevoelkerung_bis_2060Mit einem massiven Umbau innerhalb ihres Hoheitsgebietes will die Europäische Union (EU) in den nächsten drei Jahren ihre Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit stärken. Nach den heute von Kommissions-Präsident Cordelius Alt-Ponti vorgestellten Plänen sollen aus den bislang 27 Mitgliedsstaaten 12 werden.

Dabei geht es nicht nur um die  Ineffizienz kleiner Staaten wie Luxemburg. “Wir verbrauchen derzeit sehr viel Kraft mit Reibungsverlusten und Doppelstrukturen, mit babilonischem Sprachgewirr und einer Vielzahl nicht miteinander harmonierender Gesetze”, erklärte Alt-Ponti in Brüssel. Die neuen Einheiten seien nicht am Reißbrett entstanden, sondern allein aus der Weisheit der Kommission heraus geboren, die dabei nach eigenen Angaben auch historische Irrtümer berücksichtigt hat.
So soll Deutschland nicht etwa mit Österreich, sondern mit Polen und Tschechien fusioniert werden. Die bisher unabhängige Schweiz wird mit Österreich und Südtirol zum Euro-Alpenland. Frankreich soll – bei leichten Grenzarrondierungen – bis an die Westfriesischen Inseln in der Nordsee reichen.

Auch innerhalb der neuen Länder soll es zu einer Straffung der Organisationsstruktur kommen. Die derzeitigen deutschen Bundesländer sollen abgeschafft werden, die Ministerpräsidenten werden zu Regionalpräsidenten und bilden als Jubel-Perser die demokratische Staffage rund um die Regierungs-Chefin.

Auf kommunaler Ebene soll es klare Mindeststandards geben. Zu einer funktionsfähigen Gemeinde gehörten mindestens eine Kita, ein Allgemein- und ein Tierarzt, ein Seniorenpflegeheim sowie ein konfessionsunabhängiger Friedhof. Die ursprünglich ebenfalls für die Daseinsvorsorge als notwendig erachteten Parameter Hebamme, Grundschule und Lebensmittelgeschäft wurden hingegen nicht  in den Kriterienkatalog aufgenommen; stattdessen soll eine Internet-Breitbandversorgung vorgeschrieben werden. “Wo Gemeinden das nicht vorhalten können, müssen sie mit Nachbarn fusionieren”, erklärte Cordelius Alt-Ponti.

Kritik, die Neuordnung Europas komme ein wenig von oben herab und orientiere sich zu wenig an den Bedürfnissen der Menschen in den Regionen, wehrt Alt-Ponti entschieden ab: “Unser Auftrag ist der Erhalt Europas und ihre Verteidigung gegen räuberische Götter.
Man kann nicht erwarten, dass die einzelnen kleinen Bürger dieses große Ganze im Blick haben. Jeder wird Opfer bringen müssen. Aber am Ende der Tage werden die Menschen merken, dass alles auch zu ihrem Besten war.”