Streik-Ende: Evangelische Kirche übernimmt Deutsche Bahn

bahnstraengeMit der aktuellen Streikandrohung hat die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) den Bogen ganz offensichtlich überspannt – und ist ab heute schon Geschichte. Denn der für das staatliche Bahneigentum zuständige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat nach geheimen Gesprächen der letzten Tage die Deutsche Bahn AG für einen symbolischen Euro an die Evangelische Kirche verkauft, rückwirkend zum 1. November. Von dort aus wird sie künftig als gemeinnütziger Konzern betrieben – und kann nicht mehr bestreikt werden. Denn im kirchlichen Arbeitsrecht sind Streiks verboten, die tariflichen Auseinandersetzungen finden nach dem sogenannten „Dritten Weg“ einvernehmlich statt.

Von diesem Schritt dürfte vor allem Klaus Dauderstädt als Vorsitzender des Deutschen Beamtenbunds überrascht worden sein, denn bis zuletzt war im politischen Berlin vor allem über eine Rückkehr zur Bundesbahn spekuliert worden, in der man nicht nur die Lokführer, sondern alles wichtige Personal verbeamtet hätte, womit Streiks ebenfalls ausgeschlossen und die Aufrechterhaltung des Verkehrsbetriebes gewährleistet worden wären.

Gabriel versicherte in einer ersten Pressekonferenz nach dem Deal, dass sich für die Kunden nichts ändern werde. Die Kirche als neue Trägerin der Deutschen Bahn werde zwar aus ihrem christlichen Profil keinen Hehl machen, außerhalb der etablierten Bahnhofsmission soll es aber keine Glaubensbekehrungen geben. Die Bahn sei weiterhin für alle Konfessionen offen.

Im Detail dürfte es allerdings doch zahlreiche Änderungen geben, wie Fred Steinhauer vom Institut für Schienenverkehr auf Anfrage sagte. Bislang dürften beispielsweise Polizisten in Uniform jeden Zug kostenlos nutzen, weil die Bahn sich davon einen Gewinn an Sicherheit verspricht. „Das werden die Protestanten so kaum fortführen können, ohne ihre wichtige friedensbewegte Klientel zu verlieren“, so Steinhauer. Auch am Preisgefüge für Fahrscheine dürfte es erhebliche Veränderungen geben, allerdings bedürfen diese in jedem Fall der Zustimmung durch das Eisenbahnbundesamt.

GDL-Chef Claus Weselsky war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. In den letzten Tagen hatte sich jedoch immer deutlicher abgezeichnet, dass die Politik dem Bahnmanagement mit einer Veränderung der Betriebsstruktur zu Hilfe kommen wird.

Unwürdiger Blumensex auf Kosten der Steuerzahlerinnen

freundinnen-kennen-ihre-lieblingsblumenMit einem Aufschrei des Entsetzens hat Erregungskünstlerin Anne Wizorek auf die Fortführung der Werbekampagne “Toll was Blumen machen” reagiert. Sie sei tief betroffen von diesem frauenverachtendem Sexismus, der auch noch mit Steuergeldern über die Europäische Union finanziert werde. “Wenn wir Frauen mal nicht Dummchen am Herd sind, dann werden wir als billige Flittchen hingestellt, die für einen Strauß Blumen zu haben sind”, so die Nennenkelin Alice Schwarzers.

Auch ohne viel Fantasie werde spätestens im Werbevideo der Kampagne mit der Blume auf die weidmännische Bezeichnung des Schwanzes der Rammler angespielt. In einer früheren Werbeform war der Sexismus noch unverholener, als fünf Männer mit nackten Oberkörpern gemeinsam zu einer Frau geschickt wurden.

“Wir müssen diesem Alltagssexismus einen Gender-Grap durch die Rechnung machen”, erklärte Anne Wizorek gegenüber dem Stern. Die Aufschreierin fordert ein europaweites Verbot von Schnittblumen und phallischen Kakteen.

Blick in ferne Zukunft

robin-stege-schafe … Und wenn alles vorüber ist -; wenn sich das alles totgelaufen hat:

der Hordenwahnsinn, die Wonne, in Massen aufzutreten, in Massen zu brüllen und in Gruppen Fahnen zu schwenken, wenn diese Zeitkrankheit vergangen ist, die die niedrigen Eigenschaften des Menschen zu guten umlügt;

wenn die Leute zwar nicht klüger, aber müde geworden sind; wenn alle Kämpfe um den Faschismus ausgekämpft und wenn die letzten freiheitlichen Emigranten dahingeschieden sind:
dann wird es eines Tages wieder sehr modern werden, liberal zu sein.

Dann wird einer kommen, der wird eine gradezu donnernde Entdeckung machen: er wird den Einzelmenschen entdecken. Er wird sagen: Es gibt einen Organismus, Mensch geheißen, und auf den kommt es an. Und ob der glücklich ist, das ist die Frage. Dass der frei ist, das ist das Ziel. Gruppen sind etwas Sekundäres – der Staat ist etwas Sekundäres. Es kommt nicht darauf an, dass der Staat lebe – es kommt darauf an, dass der Mensch lebe.

Dieser Mann, der so spricht, wird eine große Wirkung hervorrufen. Die Leute werden seiner These zujubeln und werden sagen: »Das ist ja ganz neu! Welch ein Mut! Das haben wir noch nie gehört! Eine neue Epoche der Menschheit bricht an! Welch ein Genie haben wir unter uns! Auf, auf! Die neue Lehre!«

Und seine Bücher werden gekauft werden oder vielmehr die seiner Nachschreiber, denn der erste ist ja immer der Dumme.

Und dann wird sich das auswirken, und hunderttausend schwarzer, brauner und roter Hemden werden in die Ecke fliegen und auf den Misthaufen. Und die Leute werden wieder Mut zu sich selber bekommen, ohne Mehrheitsbeschlüsse und ohne Angst vor dem Staat, vor dem sie gekuscht hatten wie geprügelte Hunde. Und das wird dann so gehen, bis eines Tages…

Kurt Tucholsky, 1930. Aufgenommen auch in: “Deutschland, Deutschland über alles”

Fusionswelle macht keinen Halt vor der EU – alles wird größer, schöner und einfacher

Bevoelkerung_bis_2060Mit einem massiven Umbau innerhalb ihres Hoheitsgebietes will die Europäische Union (EU) in den nächsten drei Jahren ihre Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit stärken. Nach den heute von Kommissions-Präsident Cordelius Alt-Ponti vorgestellten Plänen sollen aus den bislang 27 Mitgliedsstaaten 12 werden.

Dabei geht es nicht nur um die  Ineffizienz kleiner Staaten wie Luxemburg. “Wir verbrauchen derzeit sehr viel Kraft mit Reibungsverlusten und Doppelstrukturen, mit babilonischem Sprachgewirr und einer Vielzahl nicht miteinander harmonierender Gesetze”, erklärte Alt-Ponti in Brüssel. Die neuen Einheiten seien nicht am Reißbrett entstanden, sondern allein aus der Weisheit der Kommission heraus geboren, die dabei nach eigenen Angaben auch historische Irrtümer berücksichtigt hat.
So soll Deutschland nicht etwa mit Österreich, sondern mit Polen und Tschechien fusioniert werden. Die bisher unabhängige Schweiz wird mit Österreich und Südtirol zum Euro-Alpenland. Frankreich soll – bei leichten Grenzarrondierungen – bis an die Westfriesischen Inseln in der Nordsee reichen.

Auch innerhalb der neuen Länder soll es zu einer Straffung der Organisationsstruktur kommen. Die derzeitigen deutschen Bundesländer sollen abgeschafft werden, die Ministerpräsidenten werden zu Regionalpräsidenten und bilden als Jubel-Perser die demokratische Staffage rund um die Regierungs-Chefin.

Auf kommunaler Ebene soll es klare Mindeststandards geben. Zu einer funktionsfähigen Gemeinde gehörten mindestens eine Kita, ein Allgemein- und ein Tierarzt, ein Seniorenpflegeheim sowie ein konfessionsunabhängiger Friedhof. Die ursprünglich ebenfalls für die Daseinsvorsorge als notwendig erachteten Parameter Hebamme, Grundschule und Lebensmittelgeschäft wurden hingegen nicht  in den Kriterienkatalog aufgenommen; stattdessen soll eine Internet-Breitbandversorgung vorgeschrieben werden. “Wo Gemeinden das nicht vorhalten können, müssen sie mit Nachbarn fusionieren”, erklärte Cordelius Alt-Ponti.

Kritik, die Neuordnung Europas komme ein wenig von oben herab und orientiere sich zu wenig an den Bedürfnissen der Menschen in den Regionen, wehrt Alt-Ponti entschieden ab: “Unser Auftrag ist der Erhalt Europas und ihre Verteidigung gegen räuberische Götter.
Man kann nicht erwarten, dass die einzelnen kleinen Bürger dieses große Ganze im Blick haben. Jeder wird Opfer bringen müssen. Aber am Ende der Tage werden die Menschen merken, dass alles auch zu ihrem Besten war.”

Neu: Frauenampel auch für Männer

Geschlechtergerecht? Die kopflose Ampel
Geschlechtergerecht? Die kopflose Ampel

Es ist aber auch eine verflixt komplizierte Gendertime. Wir sind uns zwar einig: Männer und Frauen sollen gleichberechtigt sein. Vor allem quantiativ. Per Quote wird der Frauenanteil erhöht, in DAX-Vorständen, bei der PKW-Zulassung, in der Camorra. Aber Vorsicht vor Klischees. Wer an Frauen in den Vorstandsetagen denkt, sollte nicht nur Anke Schäferkordt vor Augen haben, sondern auch die Type Cindy aus Marzahn. Mehr Frauen in der Politik darf nicht nur bedeuten mehr von der Leyen, sondern muss auch heißen, auch wenn’s noch so arg weh tut: mehr Andrea Nahles.

Was den Genderscheiß so schwierig macht, ist die Biologie. Wie queer ein Sexualleben auch sein mag, es will Geschlechter erkennen: potentieller Paarungspartner oder Konkurrentin? Doch da zicken vor allem die mutmaßlichen Frauen rum. Zöpfe oder Röcke etwa werden unbeachtet aller männlicher Verbiegungen dem Weib zugeordnet, – wenn auch dem falschen, weil traditionellen, katholischen und nicht-emanzipierten. Und im behüteten Kopf sehen Frauen unbekümmert aller Laufstege dieser Welt immer ein männliches Cockpit.
Wie soll da der Straßenverkehr geschlechtergerecht werden? Ampelmännchen sind schließlich patriarchal. Ampelfiguren mit Zöpfchen und Röckchen sind sexistisch.

Da bleibt für die Gender-Mainstreaming konforme Ampel eigentlich nur: die Megatitte. Sie würde unbestechliche und selbst für Bodybuilder unnachahmliche Weiblichkeit in den öffentlichen Raum stellen, ohne irgendeine Sexualpräferenz zu behaupten oder eine gesellschaftliche Rolle zuzuschreiben. Im Busen können sich alle wiederfinden, die Heteromänner und die Homofrauen, Elektra, Ödipus und das laktierte Kind.

Helgoländer Vorbote ruft defekte Satire zurück

Nach mehreren Unfällen beim Versuch, die Bundesrepublik Jugoslawien in Öl zu frittieren und sich danach mit Salat einzuführen, ruft der Helgoländer Vorbote seine Satire-Falafel zurück. Auf dem angeblich aus Syrien stammenden Instant-Produkt, das im Wesentlich aus Sand von der verwüsteten Helgoländer Badedüne stammt, ist eine Bedienungsanleitung angegeben, für die verschiedene Beipackzettel zerkleinert, gemischt und in einen zum Übersetzungscomputer umgebauten Brotbackautomaten gegeben worden waren.

falafel-anleitung-spezial
Die betroffenen Packungen sind an den abgebildeten Scherzkeksen zu erkennen. Als Zutatenliste sind “Küken pea, bohnen, salz, spezielle Keshwar gewürze” angegeben. Die Bedienungsanleitung lautet:

Mix je 1 säcke mit 125 ml (halbes glas) in warmen wasser und gut umrühren, hartnäckigen mischung. Nutzen sie die schimmel für die gestaltung des falafel stückzahl. Bundesrepublik jugoslawien falafel stückzahl in heissem gemüse öl, Einführung mit gemüse und salate.

falafel-instant-klDer Helgoländer Vorbote tauscht alle bereits verkauften Packungen kostenlos um. Dazu bitte einfach die Packung in ein Supermarkt-Regal Ihrer Wahl stellen, die benötigten Zutaten einkaufen und zuhause gemäß Originalrezept Falafel zubereiten.

Polizistin klagt: “Bei Frauen fehlt mir die professionelle Härte”

Du_bist_D_2Aufschrei für Fortgeschrittene. Der Helgoländer Vorbote unterstützt die Verwaltungsklage einer Polizistin, die sich dagegen wehrt, bei Personenkontrollen und Leibesvisitationen immer nur Frauen befummeln zu müssen, während Männer den männlichen Kollegen vorbehalten seien. “Ich bin lesbisch, habe große Probleme, bei der Arbeit sachlich-korrekt zu sein”, sagt sie dem Magazin ihres Vertrauens. Weiterlesen